CDU Kreistagsfraktion Darmstadt-Dieburg

CDU-Kreistagsfraktion sieht ihre Befürchtungen bezüglich der Immobilienspekulation des Landkreises mit der Liegenschaft ‚Storckebrünnchen‘ in Weiterstadt bestätigt

„Landrat Schellhaas muss endlich lernen, mit Geld der Bürgerinnen und Bürger verantwortungsvoll umzugehen!“

„Uns war von Anfang an klar, dass das Immobiliengeschäft ‚Storckebrünnchen‘ in Weiterstadt, welches der Kreistag Darmstadt-Dieburg im Dezember 2017 mit rot-grün-gelber Mehrheit beschlossen hat, in einem finanziellen Desaster enden wird“, so der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Lutz Köhler. „Als Hintergrund muss man wissen, dass es sich bei der Immobilie ‚Storckebrünnchen‘ um ein seit längerer Zeit leerstehendes Hotel und Ausflugslokal im Wald von Weiterstadt handelt, das auf Grund seiner Lage nicht an das öffentliche Kanalsystem der Stadt angeschlossen ist.“ Der Landkreis schloss im Februar 2014 einen zehnjährigen Mietvertrag, um in der Immobilie Flüchtlinge unterzubringen.
Die Grube des ehemaligen Hotels war für die Abwassermengen der Bewohner jedoch nicht ausgelegt, so dass schnell deren Grenzen aufgezeigt und die Nutzung des Gebäudes durch den Landkreis nach zwei Jahren aufgegeben wurde. „Da der Mietvertrag aber deshalb nicht gekündigt werden konnte, wären durch den Landkreis noch Mietzahlungen bis zum Vertragsende von über 1,5 Millionen Euro fällig geworden, ohne einen Nutzen davon zu haben. Soweit so schlimm“, so Köhler weiter.
 
„Aus diesem Grund wurde seitens des Landrates Klaus Peter Schellhaas dahingehend verhandelt, dass die Immobilie für etwas weniger als die noch ausstehende Miete durch den Landkreis angekauft und mit Gewinn wieder verkauft werden kann. Wegen der hervorragenden Lage würden die potentiellen Käufer dem Landkreis praktisch Schlange stehen, so der Landrat in der Diskussion um den Ankauf der Immobilie. Gesagt, getan. Die Mehrheit der Ampelkoalition hat den Ankauf letztendlich für 1,55 Millionen Euro gegen die Stimmen der Union beschlossen“, erläutert der Fraktionsvorsitzende. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Anwesen im Wald zwischen Weiterstadt und Arheilgen einmal wöchentlich durch Mitarbeiter des Landkreises für 1,5 Stunden begangen und der Landkreis muss zusätzlich, trotz Leerstandes, noch rund 1.350 Euro monatlich an Unterhaltungskosten aufbringen.
 
„Letztendlich wird die Immobilie, die den Steuerzahler bisher rund 1,55 Millionen Euro gekostet hat, für 849.000 Euro auf den einschlägigen Immobilienportalen im Internet zum Kauf angeboten. Somit wurden über 700.000 Euro innerhalb einer Jahresfrist verbrannt, obwohl man es hätte besser wissen können oder sogar müssen. Ob der Preis dann auch tatsächlich erzielt werden kann, ist bisher übrigens noch fraglich. Fragen wirft auch die Bewertung des Gutachters auf, wie dieser auf einen Schätzpreis von 1,517 Millionen Euro kommen konnte, wenn Makler den Verkaufspreis deutlich niedriger ansetzen. Die damaligen Bedenken der CDU scheinen sich nun zu bestätigen“, so Köhler abschließend.